Eine Wohnungskatze allein?
„Darf ich eine Wohnungskatze allein halten? Ich bin berufstätig.....“ Dies ist eine Frage, welche in Katzenforen - und auch mir - immer wieder gestellt wird. Ich muss es deutlich sagen: Eine Wohnungskatze allein - nein!!! Es ist nicht fair, einer Katze ein solches Leben aufzuzwingen. Wenn es sich um eine junge Katze handelt, dann ist es umso schlimmer! Auch wenn Sie oft, oder meist daheim sind, ist das keine gute Idee. Kein Mensch kann einem jungen Fellknäuel den Spielkameraden ersetzen. Die Beziehung zu „ihrem Menschen“ und zu Katzenfreunden sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Zwei Katzen geben weniger Arbeit als eine - das weiss ich inzwischen.

Der Kleine Muck
Im Sommer 1989 trat - mit Pauken und Trompeten - der erste eigene Kater in mein Leben. Muck blieb neunzehn Jahre und er prägte meinen Lebensstil, wie sonst niemand. Als der Kleine Muck bei mir einzog hatte ich keine Ahnung von Wohnungskatzen. Muck war jedoch ein sehr geduldiger, ausdauernder Lehrer... Ich hatte gerade Ferien und alles ging gut, bis ich wieder arbeiten musste. Wenn ich abends heim kam, dann „frass“ Muck mich jeweils fast auf und klebte an mir wie Kaugummi. Er begann, in meiner Abwesenheit Dinge zu zerstören. Ich weiss noch, wie ich fassungslos vor der zerstückelten Leiche meines wertvollen Stoff-Clowns stand. Das schön bemalte Gesicht völlig zerkratzt. Die Fetzen der Fellperücke in der ganzen Wohnung verteilt... Mir dämmerte, dass Muck einsam war und dass er sich wohl sehr langweilte allein, obschon ich viel mit ihm spielte und er auf meiner Bettdecke schlafen durfte. Also setzten wir uns zusammen und studierten die Inserate im Stadtanzeiger. So fanden wir seine neue Freundin, eine schöne Tigerkatze in seinem Alter. Oh, war ich erleichtert, dass ich Muck`s Aufmerksamkeit mit jemandem teilen konnte! Hin und wieder fiel vielleicht mal etwas herunter beim Herumbalgen, aber sonst machte Muck nichts mehr kaputt. Wir nannten sie Martha. Schon als junge Katze war Martha sehr mütterlich und verwöhnte Muck von hinten und von vorne mit Streicheleinheiten. Sie war der ruhige Ausgleich zum quirligen Muck, welcher einen guten Teil Siam-Blut in sich hatte. Nach und nach verwandelte sich unsere Wohnung in eine gemütliche Bleibe für Wohnungskatzen.

Muck und Martha im Waschbecken
Und so lebten wir glücklich und zufrieden... ...bis mir eine Freundin einen jungen Maine Coon-Kater schenkte. Dundee - so hiess er - hatte eine kleine Schwester. Diese blieb als Letzte des Wurfes bei der Züchterin zurück. Als Dundee sich nach einem Monat problemlos bei uns eingelebt hatte, zog auch Dreamy nach. Die beiden Geschwister erkannten sich sofort und freuten sich riesig, wieder zusammen zu sein. Als die beiden bei uns einzogen, waren Muck und Martha etwa sieben Jahre alt. Muck genoss es, mit Dundee zu kämpfen und Martha hatte eine kleine Freundin, welche sie bemuttern konnte. Alle vier verstanden sich nach kurzer Zeit sehr gut und wir lebten etliche Jahre in dieser Besetzung. Ich hatte nie den Eindruck, dass ihnen als Wohnungskatzen etwas fehlte, denn sie unterhielten sich prächtig. So litten sie auch nicht darunter, dass ich als Sozialpädagogin unregelmässige Arbeitszeiten hatte.

Martha und Dreamy spielen Haus
In meinem Fall, war die Gruppe - gemischt mit Katzen und Katern - sehr harmonisch. Das ist aber nicht immer der Fall. Manchmal verstehen sich Katzen und Kater in der „Jugend“ sehr gut. Als Erwachsene kann es dann aber zu Reibereien kommen, wenn die Kater zu grob spielen und damit die Kätzinnen in die Enge treiben. Manchmal wird es nicht mehr besser und es muss eine gute Lösung für alle Beteiligten gefunden werden. Eine Wohnungskatze allein zu halten, ist eine traurige Sache. Der Katze und Ihnen, werden damit viele schöne und lustige Stunden entgehen. Isoliert gehaltene Tiere werden oft depressiv und verhaltensauffällig. Freigänger können sich mit anderen Katzen treffen - wenn sie wollen. Eine Wohnungskatze allein hat keine Wahl. Katzen, welche von klein auf allein gehalten wurden, können sich später kaum noch mit Artgenossen anfreunden. Wenn sie auch noch das Pech haben, eines Tages ins Tierheim abgeschoben zu werden - dann gute Nacht! Auch, wenn ein neuer Platz bei Katzenfreunden vorhanden wäre, lassen sie sich kaum mehr an die, schon vorhandenen Katzen gewöhnen. Jedoch Katzen, welche schon immer in Gesellschaft gelebt haben, gehen viel lockerer mit Veränderungen um und lassen sich meist, nach einer Eingewöhnungszeit auch wieder auf neue Kontakte ein. Wie aber kombiniert man
mehrere Wohnungskatzen,
ohne viel falsch zu machen?
Von Wohnungskatze zu: Katzenhaltung in der Wohnung
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