Wohnungskatzen und Kleinkinder
Sind Ihnen auch schon Schauerberichte über Wohnungskatzen und Kleinkinder zu Ohren gekommen? Und Sie haben sich gefragt, ob daran wohl etwas Wahres sein könnte? Nun, ich möchte die Geschichte anders beginnen: Kürzlich hat sich Yury am Morgen wieder mal quer über meinen Hals gelegt. Das tut er manchmal, wenn er merkt, dass ich aufwache. Damit will er verhindern, dass ich gleich aufstehe. Er weiss, dass ich ihn dann noch ein wenig kraule und mit ihm herumalbere.Nun stellte ich mir vor, er hätte die Grösse und das Gewicht eines Tigers. Da wäre ich aber ganz schön in der Klemme! Ich hätte wohl keine Chance mich aus dieser hilflosen Lage zu befreien. Yury würde die Nähe geniessen und wahrscheinlich nicht merken, dass ich kaum noch Luft kriege. Also, was die Leute sich erzählen, ist die folgende Geschichte: Katzen könnten es nicht ertragen, wenn ein Kind in „ihre Familie“ geboren wird. Sie seien eifersüchtig und versuchten darum, das Baby zu ersticken. Das tönt wirklich übel - ist aber natürlich ein Ammenmärchen! Sollte eine Katze tatsächlich in den Kinderwagen, oder in das Kinderbett steigen, dann hat dies ganz sicher nichts mit bösen Absichten zu tun. Katzen sind neugierig. Sie sind immer interessiert an neuen Gerüchen und haben es gern kuschelig warm. Was liegt da näher, als sich das neue Wesen, welches so anders riecht und tönt, mal genauer anzusehen. Wenn eine Katze einem Säugling gefährlich werden kann, dann bestimmt nicht aus Eifersucht, sondern ganz einfach wegen den Grössenverhältnissen. Erwachsene Wohnungskatzen und Kleinkinder sind vom Gewicht her nicht weit von einander entfernt. Dazu kommt noch, dass ein Baby völlig hilflos ist. Es kann sich in den ersten Lebensmonaten weder selbst drehen, noch etwas Störendes von sich wegschieben.
Sie als Eltern oder Bezugspersonen, sind also gefordert: Lassen Sie Wohnungskatzen und Kleinkinder nicht unbeaufsichtigt allein. Schützen Sie Ihr Kleinkind - haben Sie aber auch Verständnis, wenn die Katze das neue Lebewesen kennen lernen will. Später sollen sich die beiden ja auch gut verstehen. Diese Beziehung muss langsam aufgebaut werden - ohne Angst, aber mit der nötigen Begleitung. Manchmal muss aber auch die Katze vor dem Kleinkind geschützt werden. Vor allem in der Entwicklungsphase, wenn Kinder zwar mehr und mehr mobil werden, aber noch nicht zwischen Plüschtier und Lebewesen unterscheiden können. Wenn sie kneifen und alles packen, was sich in ihrer Nähe befindet. Schenken Sie Ihrer Katze, (Ihren Katzen) weiterhin die gewohnte Beachtung. So besteht gar kein Grund, sich vernachlässigt zu fühlen. Übrigens: Kinder, welche mit Tieren aufwachsen und nicht in Watte gepackt werden, haben später viel seltener Allergien. Die Konfrontation mit Keimen macht Kleinkinder stark. Ich hoffe, es ist mir gelungen, Sie auf dieses Thema aufmerksam zu machen, ohne Sie in Angst und Schrecken versetzt zu haben. Mit der nötigen Aufmerksamkeit, besteht kein Grund zur Aufregung.

Dieses wunderschöne Foto habe ich mal im Internet gefunden, weiss aber leider nicht, wer der Urheber ist.
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